Fragen an den Kandidaten?
Wir haben für Dich die Möglichkeit geschaffen dem Kandidaten online Fragen zu stellen ...
hier gehts lang.
8 Online-Fragen
Politischer Kompass
Piratengedanken
Kandidat:
Hendrik Seipel-Rotter,
39
hendrik.seipel-rotter@piratenpartei-wiesbaden.de
Wo wurdest Du geboren und wo lebst Du heute?
Geboren in Wiesbaden, wohnhaft in Wiesbaden
Hast Du Kinder?
Ja, eine Tochter. Luna, 3 Jahre alt.
Wie war Dein Werdegang?
Ich bin Quereinsteiger. Wollte eigentlich Lehrer werden. Für Chemie und Geschichte. Habe aber schon während meines Studiums bei meinem jetzigen Arbeitgeber gejobbt und nach und nach die komplette Verantwortung für die PR- und Marketingarbeit übernommen. Zur Zeit zertifiziere ich meinen Berufsstatus nachträglich durch eine Fortbildung zum PR Fachwirt.
Was machst Du beruflich?
Ich bin Pressesprecher und Marketingleiter eines überregional bekannten Kulturunternehmens.
Welche Hobbys hast Du?
Geschichte ist nach wie vor meine Leidenschaft. Museumsbesuch, Besichtigungsmarathon im Urlaub, Geschichtsdokus, Mittelaltermärkte, Fachbücher. Geschichte zum Anfassen. Schon im Studium habe ich mich für Alltagsgeschichte interessiert und versuche wo immer ich bin auch etwas über die Menschen zu erfahren, die vor uns diesen Planeten heimsuchten.
Ich interessiere ich mich von Berufs wegen aber auch privat sehr für Musik, koche leidenschaftlich gerne und verbringe, wenn es die Zeit zulässt, mit guten Freunden Stunden in der Sauna oder mit einem guten Rotwein diskutierend auf der Couch.
Seit wann bist Du bei den Piraten und hattest Du dort schon einmal ein Amt inne?
Bei den Piraten bin ich seit Anfang 2008. Kurz darauf habe ich den damaligen Pressesprecher abgelöst und zusammen mit Christian Hufgard die Pressearbeit in Hessen übernommen. Kurz nach der Wahl habe ich die Arbeit dann niedergelegt um mich auf den Aufbau einer Gruppe in Wiesbaden zu konzentrieren. Seit der Kreisgründung bin ich nun Pressesprecher des Wiesbadener Verbandes.
Warum bist Du Pirat?
Überwachung, Zensur und Abbau von Bürgerrechten. Ich will keine Gesellschaft in Angst. Kein Leben unter Kontrolle. Gefilmt von Kameras, überwacht durch einen Staat in permanenter Terrorwahnstufe, in dem alle Bürger potentielle Verdächtige sind. Wie kann ein Staat von seinen Bürgern Vertrauen erwarten, wenn er selbst seinen Bürgern nur Misstrauen entgegenbringt?
Unsere Gesellschaft bewegt sich rückwärtsgewandt. Es gilt diese Entwicklung zu stoppen und sie umzukehren.
Die Gesellschaft der Zukunft muss sich frei entfalten können. Sie braucht den freien und kostenlosen Zugang zu Bildung und Information für alle Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts, welcher Nationalität, welcher sexueller Orientierung, welcher Religion oder welcher elterlichen Herkunft. Sie fördert jeden Menschen nach seinen Stärken und lässt ihm die Freiräume, die er zur eigenen Entfaltung und Selbstverwirklichung braucht. Die Gesellschaft der Zukunft löst sich von wirtschaftlichen Zwängen, von Ungleichheiten, wirtschaftlicher Not, Armut und ungerechter Ressourcenverteilung. Die Gesellschaft der Zukunft presst Menschen nicht in irgendwelche Normen, sie fördert die Vielfalt, kulturelle Begegnungen, Völkerverständigung und internationale Zusammenarbeit zum Wohle aller.
Warst Du bereits davor politisch aktiv, als Mitglied, in einem Amt oder Mandat ?
Ich bin in politischen Parteien seit ich 16 Jahre alt bin. Angefangen bei den Jusos, damals schwer aktiv in einem Hinterhof in der Blücherstraße, später dann bei der SPD. Nach der großen Enttäuschung durch die Rot-Grüne Bundesregierung wechselte ich zu den Linken. Dort herrschte allerdings Denkverbot, was mich 2008 dann zu den Piraten brachte.
Engagierst Du Dich außerhalb der Piraten noch in sozialen oder gemeinnützigen Vereinen/Stiftungen/etc.?
Mein derzeitiger Arbeitgeber hat mir immer viel Raum und Möglichkeiten zur Aufbauarbeit gelassen. Viele Vereine und Initiativen haben durch unsere Arbeit große Unterstützung erfahren. Mitglieder oder Förderer dieser Vereine und Initiativen war ich allerdings nie.
Wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit mit anderen Parteien vor?
Die Piraten sollten sich der Verantwortung stellen politisch mitwirken zu wollen, wenn sie gefragt werden. Anders kann man eigene Themen kaum umsetzen. Regieren ist nichts schmutziges, Kompromisse machen auch nicht. Ich kann mir die Zusammenarbeit mit fast allen Parteien vorstellen, wenn das uns und unseren Zielen nützt. Sollte es aber nicht zur Regierungsbeteiligung kommen, können die Piraten das Stadtparlament nutzen um sich in politischer Arbeit zu üben und jede Möglichkeit nutzen mit den eigenen Ideen, Anträgen, Aktionen zu punkten und in der Bevölkerung die Sinne für unsere Thematiken schärfen.
Wie stehst Du zur Trennung von Amt und Mandat?
Ich habe zusammen mit Judith auf die Satzungsaufnahme hingearbeitet. Ich halte dies für eine unabdingbare Voraussetzung um Machtmissbrauch innerhalb von Parteien entgegen zu wirken.
Worin siehst Du Deine Aufgabe als Stadtverordneter, wenn es ein bzw. mehrere Piraten ins Parlament schaffen?
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir einen oder mehrere Piraten ins Stadtparlament bekommen. Sollten wir sogar Fraktionsstärke erreichen, würden wir uns auf Jahre hinaus sichtbar machen können, auch weit über die Stadt hinaus. Aber auch ohne das Büro im Rathaus schauen alle auf uns. Zwei Jahre nach der Gründung des Hessischen Verbandes wird es Piraten das erste Mal in diesem Bundesland gelingen in die Parlamente einzuziehen. Wir haben ein Wahlprogramm. Das sind die Themen für die nächsten fünf Jahre. Die Messlatte für die Kandidaten steht hoch.
Nenne 3 Beispiele, wo sich die Ziele der Piratenpartei in der Kommunalpolitik verfolgen lassen.
Transparenz durch alle Instanzen, Open Source in der Verwaltung, Kameraüberwachung, Schulsanierung, EBS, Krippenplätze, Bürgerbeteiligung, Offenlegung von Finanzierungskonzepten, keine Übernahme von öffentlicher Verwaltung durch private Firmen, keine PPP Projekte, Kulturförderung, Stadtentwicklung, Bürgerbefragungen… Piraten können sich überall sinnstiftend einbringen.
Für welche Themen der AG Kommunalwahl willst Du Dich besonders stark machen wollen?
Ich würde alle Thematiken unseres Wahlprogramms so oft erwähnen und so nachdrücklich vertreten wie nur irgend möglich. Meine persönlichen Steckenpferde sind die die Bildungspolitik, die Verkehrspolitik, das Thema Integration und die Sozialpolitik. Ich hoffe, dass ich mich in dem ein oder anderen Thema einbringen und nachhaltige Veränderungen herbeiführen kann.
Wenn ich in Wiesbaden etwas auf Knopfdruck verändern könnte, dann würde ich...
Die Stillegung der Straßenbahnen rückgängig machen, den öffentlichen Stadtverkehr insgesamt kostenfrei anbieten und die Stadtmitte autofrei machen.
Wenn ich mir für die Menschen in Deutschland etwas wünschen dürfte, dann würde ich mir wünschen, dass...
sie die Streitkultur der Franzosen zu der ihren machen würden. Wenn das nicht ginge, weil Deutsche nun mal keine Franzosen werden können, schon allein wegen der Sprache, würde ich mir wünschen, dass es nur noch eine Krankenkasse gäbe, in die alle Menschen einzahlen. Ohne Kappungsgrenze. Alle zahlen den gleichen Prozentsatz ihres Einkommens ein. Und ich würde mir wünschen, dass die Rente ab sofort aus Steuergeldern finanziert wird. Die Rentenkassen die eingezahlten Beiträge nicht vernichten, sondern für die Rente der Menschen sinnvoll und garantiert anlegen würden. Und dann würde ich mir noch Wünschen, dass alle Menschen den gleichen Zugang zu Bildung haben. Egal ob arm oder reich. Dann müssten wir eventuell auch gar keine Franzosen mehr werden.
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