
am gestrigen Samstag, den 23. Oktober, haben sich die
Wiesbadener Piraten vor dem Bürgerbüro versammelt, um sich noch einen alten
Personalausweis zu sichern. Mit der Aktion möchten wir auf die Gefahren des
neuen Ausweises hinweisen, der ab 01. November in allen Einwohnermeldeämtern
ausgegeben wird.
Der wesentliche Unterschied zum alten Ausweis liegt in dem
eingebauten RFID-Chip, auf dem alle Ausweisdaten inklusive dem
Personalausweisfoto und den biometrischen Daten gespeichert werden. Darüber
hinaus soll der Chip auch weitere Funktionen bereitstellen können.
Gerade der RFID-Chip stellt ein nicht zu unterschätzendes
Sicherheitsrisiko dar, weil man ihn völlig unbemerkt auslesen kann. Ist die
Verschlüsselung der Ausweisdaten erst einmal geknackt, können Kriminelle ganz
einfach Tausende von Ausweisen kopieren, indem sie sich auf belebten Plätzen
herumtreiben und unbemerkt Ausweisdaten auslesen, mit denen sie Kopien anlegen
können. Es ist bereits gelungen, Ausweisdaten aus einem beliebigen elektronischen
Reisepass auf einen anderen RFID-Chip zu kopieren.
Da man die Chips aus zwei Metern Entfernung auslesen kann,
ist es außerdem möglich, die RFID Chips in elektronischen Ausweisdokumenten zu
verfolgen und daraus Bewegungsprofile zu erstellen. Der elektronische Ausweis
ist damit ein weiterer potentieller Schritt in Richtung Überwachungsstaat.
Die Piratenpartei rät allen Wiesbadener Bürgern, bis Ende
der Woche noch von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, den alten Ausweis zu
beantragen. Es gilt das Antragsdatum. Einen alten Pass bekommt man problemlos
bis Samstag 14 Uhr im Wiesbadener zentralen Bürgerbüro, Dotzheimer Straße, im
Erdgeschoss des Luisenforums.