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Meldung von Kristof Zerbe am 06. Mai 2011

Ortsbeirat Westend gegen Bebauungsplan des Platz der deutschen Einheit

Markus Kairies, unser frischgewähltes Mitglied im Ortsbeirat Westend, hat als eine seiner ersten Amtshandlungen einen Antrag eingebracht, über den bereits in der konstituierenden Sitzung abgestimmt und angenommen wurde!

Es geht um den von der Stadt Wiesbaden geplanten Neubau einer Sporthalle auf dem Platz der deutschen Einheit.

Hier der Antragstext in voller Länge:

Antrag:

Keine Bebauung des "Platz der deutschen Einheit"

Antragstext:

Die Bebauung des Platzes der deutschen Einheit mit einer Großsporthalle und integriertem Büro- und Geschäftshaus führt zur Verschlechterung der Luft, zu einer erhöhten Feinstaubbelastung, erhöhtem Verkehrsaufkommen und eine Gefährdung des Heilwassers. Deshalb fordern wir den Magistrat auf, stattdessen für einen begrünten Verweilplatz der die Luftqualität verbessert, zu sorgen.

Begründung:

as Wahlergebnis im Westend hat auch gezeigt, dass viele Bewohner gegen eine Bebauung am Platz der deutschen Einheit sind. Bei einer Bebauung mit einer Bundesliga tauglichen Volleyballhalle ist besonders am Wochenende und in den Abendstunden mit einem erhöhtem Lärmpegel zu rechnen, ca. 150dB maximal. Ca. 120 dB konstanter Spiellärm. Dieser Lärmpegel soll durch millionen teure Schallschutzmaßnahmen um 30 dB reduziert werden. Zusätzlich zu diesem Lärm kommt noch, dass über 1000 Zuschauer per Bus an- und abreisen werden. Ein- und Ausstieg ist Haltestelle Bleichstraße. Die Abreise ist bis 22 Uhr. Ein Teil der Zuschauer wird mit dem eigenem PKW anreisen. Dadurch wird sich die Parkplatzsituation bei Spielterminen extrem verschlechtern. Der Parksuchverkehr wird die Lärm- und Feinstaubbelastung noch zusätzlich erhöhen. Die geplante Höhe des Gebäudes erzeugt eine Straßenschlucht die die jetzige Lärmbelastung im Umfeld nochmals erhöht.

Durch die Bebauung kann unser Heilwasser gefährdet werden. Der Baugrund ist bis auf 4 Meter kontaminiert und wird von Grundwasser durchflossen. Durch die für die Sporthalle nötigen Pfeiler ist die Trennung von kontaminiertem Grundwasser und dem darunter liegendem Heilwasser nicht mehr gewährleistet.

Die Bebbauung des Platzes bedeutet eine Verschlechterung des Mikroklimas. Eine Begrünung des Platzes mit der Offenlegung des Wellritzbaches würde im ohnehin schon stark belasteten Westend zu einer Verbesserung der Luftqualität und verminderter Feinstaubbelastung führen. Das Westend ist baulich stark verdichtet und der am dichtesten besiedelte Stadtteil in Wiesbaden.

Die Bewohner brauchen außer dem Blücherplatz einen großen freien Platz der zum Verweilen einlädt. Dieser verbessert die Lebens- und Wohnqualität wesentlich.

Piratenpartei Ortsbeirat Westend Wiesbaden

Markus Kairies

Nun hat sich also, auf Betreiben der Piraten, einer der betroffenen Ortsteile gegen die aktuellen Pläne ausgesprochen und den jetzt brennenden Ball dem Bürgermeister und Co. zugeworfen. Mal sehen ob sie ihn fallenlassen.

Hier noch einmal die Bedenken in Zahlen und Fakten:

  • Anwohner dagegen
  • Bundesliga taugliche Halle mit Geschäfts und Bürogebäuden?
    • Bürogebäude Leerstand in Wiesbaden enorm
    • die Zukunft VCW auch nicht wirklich sicher
  • Lärm
    • Straßenschlucht wird Schallverstärkend wirken
      (Gutachten: Schalltechnische Untersuchung Dr. Schaffner)
      120 dB bei Punktspielen
      +10dB Hallensprecher
      131 dB mit Trommeln
      141 dB mit Trillerpfeifen
      GESAMT bis zu 152,1 dB
    • Lärmschutzmaßnahmen extrem hoher finanzieller Aufwand
    • min. >43 dB erforderlich. Spiele in Ruhezeit >54dB
    • Nutzung ab 22h, dann wären sämtliche Außenbauteile der Halle in Massivbauweise zu erstellen
    • An- und Abreiseverkehr bis zu 30 Busse / 1500 Fans kann nur im Tageszeitraum erfolgen
  • Erhöhtes Verkehrsaufkommen
    • über 2000 Zuschauerplätze
    • Parkplätze im Gebäude keine Entlastung, da für Gewerbetreibende vorgesehen
    • Parksuchverkehr erhöht Lärm und Feinstaub, Verkehrsführung bedenken Bleichstr. Einbahnstraße
  • Heilwasser
    • Platz sollte als Heilquellenschutzgebiet deklariert werden
    • Verbindung der Heilquellen mit Grundwasser ist Nachgewiesen (hoher Natrium und Chlorid gehalt – hohe Leitfähigkeit >2000 µS/cm
    • bei einer Veränderung der Mineralzusammensetzung dauert es Jahre bis der Faulbrunnen als Heilquelle zugelassen wird
    • Versiegen der Quelle ist auch möglich
    • lt. Ausschreibung sollte auf Pfahlgründung verzichtet werden
    • Jetzt ca. 160 Bohrpfähle 0,9-1,2m Durchmesser die bis zu 25m in den Grund getrieben werden
    • Grundwasserbohrungen (BK/GMS1) 26.11.07 4,8m 27.11.07 1,65m 18.12.07 0,58m
    • Pumpen werden wahrscheinlich permanent laufen müssen
    • Wasser erhöhte Werte an z.B.
      • Arsen soll 0,001mg/l ist 0,026mg/l
      • Blei soll 0,001mg/l ist 0,0022 mg/l
    • sogar PAK gefunden
      • Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe gesamt 0,04 µg/l soll 0,01
    • früher Tankstelle an diesem Ort, so ist das Antreffen von Schadstoffbehafteten Wasser nicht ausgeschlossen.
    • der Auffüllhorizont zwischen 2-4,2m
    • Bodenprobe ergab 2500mg/Kg Kohlenwasserstoff – Bestimmungsgrenze 50mg
    • detaillierte Untersuchung zur abfalltechnischen Einstufung der Entsorgungswege ist erforderlich
    • Bohrungen wurden an den Ecken des Platzes gemacht Belastung im Innern evtl. höher

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