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Michael Göttenauer
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Piratengedanke von Michael Göttenauer am 20. November 2010 über ...

Vorläufiges Aus für Elena - Ein Sieg für die Vernunft

Wie am Freitag bekannt wurde, haben sich CDU und FDP darauf verständigt, Elena praktisch zu beerdigen.

Das ursprünglich von Rot-Grün gestartete Projekt Elektronischer Entgeltnachweis (Elena) sollte ursprünglich die Lohnsteuerkarten und Lohnsteuerbescheinigungen überflüssig machen, indem alles elektronisch abgewickelt wird. Dazu speisen seit Anfang 2010 alle Arbeitgeber sehr viele Daten in eine zentrale Datenbank bei der Deutschen Rentenversicherung ein.

Begründet wurde diese gigantische Vorratsdatenspeicherung von Arbeitnehmerdaten mit den zu erwartenden Einsparungen bei Arbeitgebern und öffentlichen Stellen. Die Arbeitgeber bräuchten keine Papierberge mehr zu verwalten; die für die Bearbeitung von Arbeitslosengeld, Alg II, Elterngeld und Wohngeld zuständigen Stellen könnten alle relevanten Informationen online abrufen.

Die berechtige Kritik von Bürgerrechtlern, Datenschützern und der Piratenpartei an dieser beispiellosen Datensammelwut verhallte weitgehend wirkungslos. Erst seitdem absehbar wurde, daß das Bundesverfassungsgericht der Bundesregierung eine erneute Ohrfeige verpassen wird, hat ein Umdenken stattgefunden. Nachdem jetzt auch noch die Kosten aus dem Ruder laufen (wie bei öffentlichen IT-Projekten anscheinend üblich) und statt der versprochenen Entlastungen sogar Mehrbelastungen von bis zu 240 Millionen allein für die öffentliche Hand wahrscheinlich werden, wird die Reißleine gezogen.

Offiziell wird zwar nur die Testphase um zwei Jahre bis 2014 verlängert, aber das ist praktisch der Todesstoß für dieses Projekt. Ursprünglich sollten die öffentlichen Stellen bereits ab 2012 auf die Daten zugreifen können, das wurde jetzt verschoben auf 2014. Was mit den bereits gespeicherten Daten geschieht und ob die Arbeitgeber immer noch Daten in eine Riesendatenbank melden müssen, steht bisher in den Sternen.

Statt das Aufräumen rund um Elena der Nachfolgeregierung ab 2013 zu überlassen und dabei immer weiter Daten zu sammeln, muss Elena sofort und offiziell eingestampft werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese Datenhalde nur neue Begehrlichkeiten weckt (Projekt Indect der EU würde mit Handkuss auf diese Daten zugreifen dürfen),  Unsere Forderungen sind daher: Sofortiger Stop der Datenweitergabe; Unverzügliche Löschung der bereits gespeicherten Daten; Endgültiger Stopp von Elena!

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